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Drüber und Drunter

Verlag: Hans im Glück
Autor: Klaus Teuber
Genre: Brettspiel, Legespiel, Bluffspiel, Spiel des Jahres 1991
Spieler: 2-4 Spieler
Spieldauer: ca. 30-45 min.
Alter:ab 9 Jahre
Inhalt: 1 Spielregel, 1 Spielbrett, 6 Gebäudekarten, 4 Bautrupps, 60 Plättchen (Fluß, Straße, Stadtmauer), 32 Schildbürgerkarten,
1 Satz Karten für die Zusatzvariante
Spielstory:
Wie die Schildbürger daran gingen, Ihre Stadt neu zu errichten. Die Dummheit der Schildbürger ist wohl weltbekannt.
Allerlei Unfug trieben sie in den Mauern ihrer Stadt. So bauten sie ein dreieckiges Rathaus, um berühmt zu werden. Als sie fertig
waren, stellten sie fest, dass es drinnen finster war. Alles was Beine hatte, sammelte daraufhin Sonnenlicht in Eimern und Körben
und transportierte es in das dunkle Rathaus. Das half aber nichts, es blieb finster. Das Dach abzudecken brachte zwar Licht, leider aber
auch Regen. Es dauerte ziemlich lange bis ein Schlauer bemerkte, dass die Fenster vergessen worden waren. Eines Tages
verlief sich eine Katze nach Schilda. Die Schildbürger kannten keine Katzen und hielten den "Maushund" für ein gefährliches Tier.
Wie vertreibt man den wendigen Maushund aus Schilda, lautete die Frage. Ausräuchern schien der einzige Ausweg. So steckten die Schildbürger
zunächst das Rathaus an, in dem sich der Maushund verkrochen hatte. Der Katze wurde es bald zu ungemütlich und sie sprang auf das nächste Haus.
Auch dieses zündeten die Schildbürger an. Die Katze sprang weiter und es dauerte nicht lange, bis ganz Schilda lichterloh brannte.
Am nächsten Morgen atmeten die Schildbürger erleichtert auf. Der Maushund war verjagt. Er sonnte sich behaglich auf der Wiese außerhalb
Ihrer Stadt. Als sie jedoch zurück in Ihre Häuser wollten, fanden sie nur Schutt und Asche vor. Was Jetzt? Schon wollten die Schildbürger
betrübt ihre wenigen unversehrten Habseligkeiten packen und in andere Städte ziehen, als sie die Stimme des Bürgermeisters
aufhielt: "Halt, liebe Bürger! Laßt uns Schilda neu aufbauen! Schilda soll die berühmteste Stadt der Welt werden. Am besten bauen
wir ganz viele Museen, damit das neue Schilda die Stadt der Künste genannt wird."
"Aber wir haben doch gar nichts zum Ausstellen" bemerkte die Frau des Schusters zaghaft.
"Macht nichts." entgegnete der Bürgermeister zuversichtlich. "Wir lassen die Fenster weg, dann merkts keiner."
Der Wirt wurde als erster von der Begeisterung des Bürgermeisters angesteckt: "Laßt uns auch viele Wirtshäuser bauen, am besten schiefe!
Die einzigen Wirtshäuser der Welt, in denen die Gäste immer gerade stehen, wenn sie mal zu tief ins Glas geschaut haben."
"Schulen müssen her," dozierte der Lehrer. "Am liebsten auf hohen Türmen, damit unsere Schüler die besten Aussichten haben."
"Wir brauchen viele Dreieickige Ratshäuser" ereiferte der Schmied. "Wir wollen eine Stadt sein, in der der Bürgermeister nach Herzenslust im Dreieck springen kann."
"Lernt aus Fehlern," mahnte der Feuerwehrhauptmann. "Wenn der Maushund zurückkommt, brauchen wir viele Feuerwachen. Am einfachsten
solche mit großen Blasebalg auf den Dächern, damit wir das Feuer besser ausblasen können.
"Laßt uns eine Stadt der Kirchen werden," predigte der Pfarrer mit verklärter Stimme.
"Und die Renovierungskosten?" unterbrach der Schweinehirt ohne Respekt. "Wer soll die bezahlen? Es reicht, wenn wir nur die Kirchentürme errichten.
Von vorne siehts eh keiner, wenn hinten was fehlt."
Zum Schluss erhob der Schuster, der schon immer gerne selbst Bürgermeister werden wollte, seine Stimme: "Und wer denkt an die Bedürfnisse
der Bürger? Wir müssen eine Stadt der öffentlichen Bedürfnisse werden. Laßt uns überall Toilettenhäuschen errichten."
"Au ja." stimmten die Schildbürger erfreut zu. Die Vorstellung, in ihrer zukünftigen Stadt immer und überall dringenden Bedürfnissen
nachgehen zu können, begeisterte sie. So bauten die Schildbürger schließlich doch noch einmal ihre Stadt auf. Zuerst natürlich die
fensterlosen Museen, dann die schiefen Wirtshäuser, die Schultürme, dreieckige Ratshäuser, Feuerwachen mit Blasebälgen obendrauf, Kirchtürme und ganz viele
Toilettenhäuschen.
Als die Schildbürger während eines Rundganges zufrieden ihre neuen Bauwerke begutachteten, meldete sich die sonst eher schweigsame Frau des
Bürgermeisters zu Wort: "Wo sind denn die Stadtmauern, die Straßen und der Fluß geblieben, in dem wir Frauen eure Wäsche waschen sollen?"
"Daran habe ich natürlich auch schon gedacht," bemerkte ihr Ehegatte in einem Ton, als sei ihm eine besonders dumme Frage gestellt worden.
Doch als die Schildbürger die Stadtmauern, die Straße und den Fluß in ihrer Stadt unterbringen wollten, begann das Chaos. Überall standen
die neuen Gebäude im Weg. So mußten die Schildbürger notgedrungen mal hier und mal dort ein Gebäude wieder abreißen. Alles ging drunter und drüber,
denn jeder versuchte natürlich "seine" Wunschgebäude zu retten...

Spielbeschreibung:
In diesem Spiel geht es darum die Stadt mit Stadtmauern, Straßen und dem Fluß zu bebauen. Dabei werden einige Gebäude überbaut.
Eines, welches jeder zu Anfang zieht, muss man beschützen. Halten sie allerdings zu Ihrem Vorteil dieses Gebäude geheim. An jeder dem Eckfelder auf
dem Spielbrett kann man anbauen. Welche Art man wo anbauen kann ist dort graphisch aufgedruckt. Es gibt 2 Möglichkeiten Stadtmauern zu bauen und bei der Straße und dem Fluß jeweils eine.
Hat man ein Plättchen angelegt, wird die Baumeister Spielfigur nach vorne bewegt. Dann kann man nur noch von dort weiter bauen, wo der Baumeister steht.
Durch Tunner kann man hindurch bauen, über bereits angelegte Plättchen allerdings nicht. Wird ein Toilettenhäuschen überbaut, muss darüber erst abgestimmt werden.
Dazu werden die Schildbürgerkarten verwendet. Zum abstimmen verwendete Karten müssen abgelegt werden und können somit im restlichen Spielverlauf nicht
mehr benutzt werden. Die einzige Schildbürgerkarte die man behalten darf, nach Ihrem Einsatz ist die "...?"-Karte. Das Spiel endet, sobald keiner
mehr Plättchen legen kann. Dann werden die Gebäudekarten aufgedeckt. Dann zählt jeder die Punkte seiner noch stehengebliebenen Gebäude zusammen.
Wer jetzt am meisten Punkte hat, ist der Gewinner.

Spielbewertung:
Drüber und Drunter ist ein leichtes, aber auch sehr strategisches Spiel. Legt taktisch eure Plättchen so ab, dass keiner eurer Mitspieler
herausfindet, welches euer Gebäude ist. Natürlich darf man dabei auch mal eines seiner eigenen Gebäude überbauen, um die Mitspieler zu täuschen.
Ein Spiel hinter dem eine Klasse Idee mit einer sehr amüsanten Story steckt. Das Spieldesign ist Klasse. Die Regeln verständlich und auch schnell erklärt.
Die Spieldauer ist zwar etwas kurz, aber man kann es einfach immer wieder spielen. Den Preis zum Spiel des Jahres, hat sich Drüber und Drunter auf alle Fälle verdient.
Daher auch Volle Punkte von Necros Vault.
Wie es Weiterging:
...endlich hatte auch die Stadtmauer ihren Platz gefunden, die Straßen waren angelegt und der Fluß schlängelte
sich in seinem neuen Bett. Die Schildbürger betrachteten zufrieden ihr außergewöhnliches Werk. "Wir wollen unsere Stadt
gebührend einweihen", verkündete der Bürgermeister mit stolzgeschwellter Brust. War er doch der Bürgermeister einer Stadt,
die zu großer Berühmtheit gelangen sollte. So holte der Schuster schnell ein Band und eine große Schere. Mit gemessenen Bewegungen
und würdevollster Miene durchschnitt der Bürgermeister das Band, das links vom Schmied und rechts vom Schweinehirt gehalten wurde.
Gerade wollte der Bürgermeister zu einer Festrede ansetzen, als seine Frau leise fragte: "Wo sollten wir eigentlich wohnen, lieber Mann?"
Die Frau des Schmieds hatte die Frage gehört und fragte wiederum ihre Nachbarin. Bald stellten sich alle Schildbürger nur noch diese Frage.
Doch keiner wußte eine Antwort. Schließlich sprachs einer aus, was allen langsam dämmerte: "Wir haben vergessen, Wohnhäuser zu bauen!"
So standen die Schildbürger eine Weile da, als hätte jeder einen Schlag auf den Kopf bekommen. Im Freien übernachten wollte niemand. Aber in der Stadt
gab es auch keinen Platz mehr, um Wohnhäuser zu bauen. Und ohne Wohnhäuser war eine Stadt auch keine Stadt. Und keine Stadt konnte nicht berühmt werden.
Schon wollten die Schildbürger betrübt in alle Welt ziehen, als die Stimme des Bürgermeisters sie aufhielt: "Halt, liebe Bürger! Laßt uns Schilda an anderer Stelle
neu aufbauen! Schilda soll die berühmteste Stadt der Welt werden. Am besten bauen wir ganz viele..."
Die meisten Schildbürger folgten dem Ruf ihres Bürgermeisters und bauten Schilda wieder neu auf. Einige jedoch ließen
sich in anderen Städten nieder und betätigten sich dort als Baumeister. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bauen
sie noch heute... vielleicht auch in ihrer Stadt.

Spielendergebnis: 
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