Die Priester der Krähen (01.12.2007)
Eine Erzählung nach einem Cthulhu Rollenspiel
Autor: Necromancer
Nach einer Erzählung von Friedhelm Müller:

Guten Abend meine Damen und Herren,
mein Name ist Friedhelm Müller. Ich bin Schriftsteller von regionalen Werken aus Travemünde, einem kleinen Ort an den deutschen Ostsee. Mein eigentlich nächstes Werk, welches den Titel "Tragödie vom Hoffmann-Hof" tragen sollte, werde ich nun nicht schreiben. Nach den Erlebnissen und Erzählungen meines guten Freundes Thomas, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die so unfassbar sind, dass kein menschlicher Verstand davon verdorben werden sollte. Trotzdem möchte Aus zahlreichen Recherchen, wie zum Beispiel im Werke "Uralte Schrecken" von Von Konnenberg, erfuhr ich von einigen Mysterien die wohl kaum aus dieser Welt entstammen können. Deswegen werde ich der Öffentlichkeit über nicht die Begebenheiten am Hofe der Familie Hoffmann beschreiben. Doch ich muss zumindest eine kurze Nacherzählung schreiben. Für mich, um die Alpträume die mich seither plagen mir von Seele zu schreiben. Da ich in diesem Stück eigentlich nur eine kleine Rolle spiele, möchte ich zusammenfassen was mir mein ehemaliger Schulfreund Thomas am Krankenbett berichtete. Ich selber habe mich zu töricht angestellt und bin dem Feind quasi direkt in die Arme gelaufen. Tagelang hat man mich eingesperrt. Im Keller der Hoffmanns hatte man mich angekettet. Ausgepeitscht und ausgequetscht, auf das ich ja alles sage, was ich bereits an Wissen mir angeeignet habe. Doch nun zu Thomas und seinen Freunden...

In der Sommersaison waren die Zeitungen vollgepackt von Billigurlauben. Thomas stiess in der Tageszeitung mehr aus Zufall auf ein Angebot aus Travemünde. Da seit ich nach Travemünde gezogen war unser einziger Kontakt nur noch aus einem eher unregelmäßigen Briefkontakt bestand, telegraphierte er mir ihn eines der Ferienhäuser zu reservieren, welches die Firma Menze seit neustem erbaut hatte. Das tat ich auch schnell, da ich sowieso noch ein paar Fragen zum Hoffmann Hof an Herrn Menze hatte, da ich wußte das dieses Haus ebenfalls im Besitz der Firma war. Eine Woche später reiste Thomas mit seiner Angestellten und seiner besten Stammkundin nach Travemünde. Aufgrund meiner Gefangennahme konnte ich die Reisegemeinschaft bedauerlicherweise nicht vom Bahnhof abholen. Der Firmenbesitzer Gustaf Menze tat dies höchstpersönlich. Neben Thomas und seinen Freunden, waren noch die 5-köpfige Familie Engler und das frischvermählte Paar Menau bei der Begrüßung anwesend, um ebenfalls eines der sechs Ferienhäuser zu beziehen. Ein Mitarbeiter geleitete sie zu ihren Urlaubsdomizil. Die Neubauten wirkten in der Natur irgednwie deplatziert, aber dennoch minderte dies nicht die Urlaubsstimmung der Anwesenden. Von dem Balkon aus ließ sich die schöne Ostsee erblicken. Nach dem alle ausgepackt hatten, entschied man sich dazu, bei mir vorbeizuschauen, um den Grund meiner Abwesenheit herauszufinden. Selbstverständlich war niemand bei mir zu Hause anwesend. Doch Unbekannte in einem kleinen Kaff wie Travemünde fallen sofort auf. Gerade meiner älterlichen und mehr als neugierigen Nachbarin Frau Steinmann. Frau Steinmann gehört zu dem Menschen, die wirklich alles über ihre Nachbarn wissen. Etwas enttäuscht kehrte sie zurück und fanden sich zum Abendmahl bei den Menaus ein. Ein kleines Hochzeitspräsent der Firma Menze, ein großer Weidenkorb gefüllt mit Speis und Trank. Der Abend gestaltete sich als gemütlich, bis alle aufschreckten. Ein kurzes Aufflackern einer Schiffleuchte, gefolgt von einer dumpfen Schiffsirene riss alle Anwesenden aus der Unterhaltung heraus. Einige rannten auf den Balkon, um in der Finsternis etwas erkennen zu können. Zwischen den Wolkendecken fuhr ein Frachtschiff, doch was viel seltsamer war, war eine kleine Jacht, die komplett ohne Beleuchtung durch die Nacht fuhr. Kurz darauf löste sich dann die Abendgemeinschaft auf und alle gingen zu Bett.

Ein Schrei in der Früh weckte alle. Frau Engler kam angsterfüllt von ihren morgentlichen Spaziergang am Strand angerannt. Was hatte sie gesehen. Als man nachsah, fand man eingepackt in ein nasses Bündel eine Leiche. Anhand der Uniform identifizierte sich der Tote als Matrose, dessen Name allerdings noch unbekannt blieb. Nur der Aufnäher mit dem Namen "Friederike" war als Hinweis angegeben, welches wie sich später rausstellte der Schiffsname war. Das ungewöhnlichste an dem Toten war allerdings die Todesursache. Überall in seinem Rücken steckten Holzsplitter, teilweise zentimeterlang. Wenn man die Wunden betrachtete, sah es aus als hätte jemand systematisch die Initialien GK in den Rücken des Verstorbenen gestochen. Die tatsächliche Todesursache war ein Holzsplitter, welcher dem Armseeligen ins Herz gerammt wurde. Herr Menau verständigte die Polizei, welche alle Urlauber verhöhrte. Familie Engler entschieden sich abzureisen, da ihnen der Vorfall eindeutig zuviel gewesen war. Thomas entschloss mit seinen Freunden einen Ausflug in die Stadt von Travemünde zu machen.

In der örtlichen Stadtbibliothek konnte die Gruppe aus einer Zeitung herausfinden, dass seit Tagen ein gewisser Karl Burgmeister vermisst wird. Der Matrose sei auf dem Frachter Friederike angeheuert. So war das Rätsel um den Toten gelöst. Als Frau Steinmann sich auf dem Weg zur Kirche machte, brachen sie in meine Wohnung ein, da sie es höchst ungewöhnlich fanden, dass ich seit einigen Tagen anscheinlich nicht mehr gesichtet wurde. Ein kurzer Blick in meine Wohnung zeigte, dass diese wohl schon vorher durchwühlt wurde. Auf dem Marktplatz hatten sie dann eine ungewöhnliche Begegnung. Zwischen der Menschenmenge stach ein kleiner, etwa fünf Jahre alter, Junge hervor. Dieser starrte Thomas und seine Freunde an und verschwand dann im Gewühl. Als der Blickkontakt endete, wurden allen schwindelig. Alles verschwamm vor den Augen und aufeinmal befanden sich alle an einem Strand. Es wirkte alles so unwirklich. Die Sonne schien hoch am Himmel und der weiße Sand fühlte sich gut unter den Füßen an. Vor ihnen stand der junge und starrte aufs Meer. Als man auf ihn zuschritt, geschah seltsames. Der Abstand zum Jungen vergrößerte sich, obwohl man sich anscheinend näherte. Als man ihn rief sah er einen an. Sein Gesicht wirkte hilflos und seine Finger waren verkramft. Er öffnete den Mund zum schreien, doch kein Ton war zu hören. Doch nicht nur der Junge war nicht zu hören. Es war von einem Augenblick alles Still. Kein wellenschlag oder Möwenschrei drang ins Gehör. Der junge wandte seinen Blick wieder auf das Meer. Doch das einst so blaue Meer war nicht mehr so schön blau, sondern eine schwarze blubbernde Brühe. Es bildete sich eine Welle gigantisches Ausmaßes, welches sich über alle ergoss. Ein weiterer Schwindelfall folgte. Die Gruppe fand sich wieder in völliger Dunkelheit. Nichts war zu sehen, nur das Quietschen einer schaukelnden Lampe war zu hören. Der Junge war verschwunden. Mühsam näherte man sich dem Geräusch. Da tauchte etwas in der Dunkelheit auf. Ein rotes leuchtendes Zeichen hing in der Dunkelheit. Es wirkte mystisch. Dann ertönte ein Schnauben und kurz darauf erwischte jeden ein kräftiger Schlag auf dem Hinterkopf. Dann fand man sich wieder auf dem prall gefüllten Marktplatz wieder. Am Rande, zwischen den Menschenmengen war wieder der Junge zu sehen. Er ging eine kleine Gasse runter. Es hatte den Anschein, als wollte er gesehen werden. Man folgte ihn und die Gasse endete an einem zweistöckigen Gebäude. Der junge bekam anschließend einen panischen Gesichtsausdruck. Seine Stimme war zu hören "Zu gefährlich! Schlaft um Mitternacht! Helft mir! Vertraut mir!". Dann verschwand er in der Tordurchfahrt. Kurz darauf kamen zwei Männer die kleine Straße entlang und machten den Eindruck, dass sie dem Jungen folgen wollten. Sie trugen schwarze Handschuhe und lange schwarze Mäntel. Auf dem Mantelrücken war jeweils ein großes weißes Kreuz zu sehen, dass bei näherem Betrachten den Anschein erweckte, dass es sich bewegte. Nach dem sie verschwunden waren, machten sich alle auf dem Weg zurück zum Ferienhaus. Dort wartete bereits nächste Überraschung. Die noch bewohnten Häuser wurden befallen. Irgend Jemand hat sich Eintritt verschafft und sämtliche Wände mit Blut beschmiert. Teilweise waren sogar magische Symbole daraus zu ersehen. Ehepaar Menau war schon abgereist nach dem Vorfall. Es schien, als ob jemand uns verjagen wolle. Man ließ sich aber den Schlüssel eines anderen Hauses geben und entschloss ein Haus weiter zu ziehen, da eine Nacht unter diesen Umständen weniger beruhigend wirkte.

In der Nacht wurden alle von einer weiteren Vision heimgesucht. Man fand sich auf einem Getreidefeld wieder. Diese Vision zeigte die bereits vergangenen Ereignisse am Hoffmann Hof wieder. Familie Hoffmann war draußen. Die Kinder spielten, Frau Hoffmann hängte wäsche auf und Herr Hoffmann kam mit einer Sense, um mit der Getreideernte zu beginnen. Da kamen zwei Gestalten aus dem Feld. Die beiden Männer mit den langen Mänteln. Doch diesmal trugen sie keine Handschuhe und aus den Ärmeln ragten gigantisch wirkende Vogelklauen. Mutter Hoffmann rief die Kinder ins Haus. Diese folgten den Ruf. Herr Hoffmann ging mit der Sense auf die Männer los und schlug diese einen der beiden durch die Brust. Doch die Klinge brach an der Ein- und Austrittswunde einfach ab. Ein Schlag mit den Klauen riss dem armen Bauern die Kehle auf. Der andere der beiden tötete auf grausame Weise die Mutter. Blut ergoss sich über den Wäscheberg. Die beiden Männer gingen ins Haus. Im Schlafzimmer fanden sie das Versteck der Kinder. Sie zerrten den Jungen Albrecht Hoffmann aus dem Kleiderschrank und warfen ihn zu Boden. Die Männer stellten sich um den Jungen und stimmten einen krähengleichen Gesang an. Das Mädchen, welche alles mit ansah war Bewegungsunfähig. Eine Klauenhand bohrte sich in das Herz des Jungen. Durch die Mundöffnung von Albrecht schien etwas vollkommen Durchsichtiges zu entweichen. ein großteil davon wurde von den beiden Mantelmännern aufgesogen, doch ein kleines bißchen verschwand in dem Holzboden. Als Albrecht tot zusammensank verließen die Männer den Hof. Kurz darauf erschien ein Jugendlicher mit einem Geweht im Hauseingang. Er war nur unschwer mit der am Strand angeschwemmten Leiche zu identifizieren. Er entschuldigte sich bei dem Mädchen für sein zu spät kommen. Dann fielen von der Decke schwarze Tropfen herab. Die selbe Flüssigkeit, wie man sie vom Strand her schon kannte. Dann kam diese Brühe aus den Wänden, den Boden von überall her....und dann verschwand alles. Hellwach und mit einem Scherbenklirrenden Geräusch in den Ohren erwachten alle. Das Geräusch kam aus dem Erdgeschoss. Leise Stimmen waren draußen zu hören. Die Ursache kam von einem der Fenster. Man hatte einen Stein hindurch geworfen mit einer Nachricht dabei. Auf dieser wollte man die Einwohner verteiben. Unterschrieben war die mit GK, welches die Initialen von Gustaf Menzes größten Konkurrenten waren. Motorengeräusch war dann zu vernehmen. Ein schneller Blick aus dem Fenster zeigte einen roten Wagen ohne Nummerkennzeichen, der gerade wegfuhr.

Am Morgen ging es wieder nach Travemünde. Eine kurze Meldung bei der Polizei wurde erstattet. Diese hatte aber alle Hände voll zu tun, da ein Mädchen von einem der Höfe entführt wurde. Am Grundstück der Firma Menze zeigte sich eine weitere Überraschung. Auf dem Parkplatz stand der bekannte Wagen. Im Handschuhfach lag ein Schlüsselbund, der auch den Eingangschlüssel in die Firma beinhaltete. Da es in der Firma Menze ruhig war und aufgrund des arbeitsfreien Sonntags man nicht mit einer Störung rechnen mußte, entschloss man sich mal dort etwas näher um zu sehen. Hier fand man einige sehr wichtige Anhaltspunkte. Ein Mietvertrag mit einem Bootsverleih offenbarte, dass für dieses Wocheende eine Yacht gemietet war. Sollte es sich hier um das Boot handeln, welches man in der Nacht gesehen hatte? Seltsamerweise fand man auch eine Priesterkutte und einen Aktenordner mit der Beschriftung "Bibelkreis". Es handelte sich um eine Sammlung von Reden und Anwesenheitslisten eine religiösen Gruppe, die sich die Bibelfesten nennen. Auf einer Karte waren sämtliche Besitztümer der Firma Menze markiert. Besonders hevor stach ein Hof, welcher mit roter Tinte als "Hoffmann Hof" beschriftet war. Dies sollte wohl dann der nächste Ort sein, den man eventuell mal näher in Augenschein nehmen sollte.

Der Hoffmann Hof wirkte kahl und verkommen. Er wirkte als sei er seit Jahren unbewohnt. Doch trotzdem konnte man feststellen, dass es sich um den Hof handeln mußte welchen man in der Vision bereits gesehen hatte. Doch so einfach konnte man ihn nicht betreten. Trude Brammel, ein menschliches Strandgut (auch Obdachlose genannt) hauste dort. Nach dem die Freunde nicht locker lassen wollten, zog die alte eine Schrotflinte. Mit einiger Mühe überwaltigte man die Frau. Eine Holzluke in der Küche führte in den Keller. Im Vorratskeller hing eine alte Petroleumlampe, welche quietschend hin und her wackelte. Die Wände waren schwarz gestrichen und teils mit roten Schriftzeichen übermalt worden. In einer Ecke lag ein Haufen Papiere und Bücher. Bei den Büchern handelte es sich um esoterische Werke und regionale Mysterien. Aus einem Buch ragte ein Zettel. Die so gekennzeichnete Stelle des Buches beschreibt den Bau der Flugzeugwerft in Priwall. Außerdem fand man das Buch "Uralte Schrecken", geschrieben von Graf von Konnenberg. Außerdem fand man ein Journal vom Pastor Karl Klaasen, welcher einige Grundzüge der Sodalitas Cornicum beschrieb. Im zweiten Raum machte man dann einen erschreckenden Fund - Mich!

Ich erwachte im Krankenhaus. Meine Freunde standen neben meinem Bett. Sie erzählten mir wie sich mich von meinen Ketten befreihten und ins Krankenhaus brachten. Da sind sie wirklich zur rechten Zeit gekommen. Ohne das ich mich erinnern konnte, hatte ich ihnen wohl einen wichtigen Hinweis gegeben. Priwall - keine Ahnung wie ich darauf kam, aber gut das ich es erwähnte in meinem Wahn bevor ich in Ohnmacht fiel, ansonsten wäre die kleine Eva nicht mehr unter uns. Sie machten sich schnell auf dem Wege. Ein Fischer setzte sie mit seinem Kutter rüber zur Halbinsel Priwall, nahe der Flugzeugwerft. Es war nur ein kurzer Fussmarsch. Es schien alles verlassen zu sein. Doch dann hörte man ein Singen. Es drang aus der Lagerhalle. Man schlich an eines der Fenster heran und dort standen sie. Menze war auch unter ihnen. Kreisförmig standen sie um die beiden Krähenpriester und Eva herum und sangen lateinische Verse. Die Sacerdos wollten Evas Lebensenergie, doch nicht nur ihre - Albrecht Geist erschien. Seine gestalt stand schief in Richtung der Singenden, als würde er von etwas angezogen. "Schaut mir in die Augen, schnell!" rief er. Meine Freunde taten dem und alles verschwamm um sie herum.

Ihre Körper rasten durch ein Meer von Sternen. Überall funkelten sie. In weiter Ferne war ein großes, glühendes Objekt zu erkennen. Direkt unter ihnen war die immer kleiner werdene Erde. Doch bevor sich die Konturen weiterer Sterne abbilden konnten, drehte sich das ganze Bild und sie bewegten sich immer schneller durch das Universum. Die Sterne verschmelzten zu einer hell leuchtenden Röhre. Mit unglaublicher Geschwindigkeit flogen sie durch den Sternentunnel. Dann endete der Tunnel. Es war nun anders. Es war ein insektoides Surren zu vernehmen. Sie befanden sich in einem Sumpf aus schwarzen Schlamm. Sie steckten Knietief drinne in der blubbernden Masse und sanken leicht ab. Erst jetzt merkten sie, dass sie splitternackt waren. Als man sich umsah, konnte man sehen das überall nix als Sumpf war. Er schien kein Ende zu nehmen der stinkende Schlamm. Dann kam Bewegung auf, aus dem Sumpf kamen Hände. Hände aus Morast welche nach meinen Freunden griffen und sie in die Tiefe zerrten. Das Gefühl, während des Atmens schleimige Substanz geschluckt zu haben und die schmerzende Kälte auf der Haut zu empfinden, betäubte die Sinne der Hinabgezogenen. Dann merkte man nach und nach, dass man sich nicht mehr im Sumpf befand. ein riesiger quadratischer Raum, der von einem rötlichen Licht erhellt wird. Es war ein ständiges Ticken zu hören, was nicht verwunderlich war, denn der Raum war voller Standuhren. Einige der Uhren waren von der zeit her stehengeblieben. Die tickenden Uhren, welche alle eine andere Uhrzeit anzeigten, waren an Kabelähnlichen Strängen befestigt. Nach kurzem Check, sah man dass alle Kabel durch eine kleine Passage führten. Als die Freunde dort hindurch gehen wollten, stellte sich ihnen eine zwei Meter große Kreatur in den weg, welche einen langen Rüssel im Gesicht hatte. Wozu dieser Rüssel geschaffen war, konnten wir dann feststellen. Das Wesen nutze ihn als eine Art Peitsche. Wie genau meine Freunde das Wesen besiegten kann ich nicht mehr genau sagen, da es meiner Erinnerung entfallen ist. Als meine Freunde jedoch die Passage durchgingen, fanden sie die Sacerdos. Diese waren mit den Kabelsträngen verbunden und schienen sich daraus zu nähren. Sie sahen irgendwie anders aus, so als ob sie nicht wirklich da wären. Sie hatten alle eine Pose eingenommen, die an das laufende Ritual erinnerte. War ihre leibliche Erscheinung etwa wirklich wo anders? Zwischen den beiden Priestern wuchs aus dem Boden eine Standuhr. Eine verlor den Verstand und sagte "Sie sind wahrhaftig Krähen! Sie nähren sich von Würmern! Ohne Nahrung gehen sie zu Grunde! aber der frühe Vogel fängt den Wurm" dann fletschte sie irre die Zähne. Aber sie hatte nicht gerade Unrecht. Sie mußten die wurmähnlichen Kabelstränge durchbeißen. Als der erste hineinbiss, mußte dieser sich sofort übergeben. Diese Dinger schmeckten und rochen nach Abort. Alle knabberten mit. Die Sacerdos bekamen dies aber mit und schlugen mit ihren Abbildern um sich. Dann schienen sie immer und immer mehr Gestalt anzunehmen. Dann war der erste Strang durchgebissen. Der Krähenpriester wurde in gleißendes Licht getaucht und verging. Selbiges geschah mit dem zweiten. Dann war im Lichtschein der Geist von Albrecht zu sehen. Er lächelte dankend und aus einer Öffnung aus der Decke wurden die Freunde angesogen. Wieder wurd ihnen schwarz vor Augen.

Drei Tage später erwachten sie im Stadthospital. Ich saß bei ihnen und begrüßte sie. Auf Priwall wurden furchtbar zerfetzte leichen gefunden, welche sich alle als Priester der Bibelfesten herausstellen ließen. Menze war auch darunter. Von den Mördern fehlte jede Spur. Die kleine Eva überlebte das Ritual. Eva ist bereits wieder bei ihren Adoptiveltern. Als ich sie mal auf diese Begebenheiten ansprach, lächelte sie nur und drehte nur unschuldig an ihren Locken. Albrechts Geist wurde so weit mir bekannt ist nie wieder gesehen. Der Konkurrent Groenick kaufte die Grundstücke der Firma Menze. Meine Freunde fuhren schnell wieder zurück nachhause. Ich war einmal zu Besuch hingefahren, aber ansonsten haben wir uns seit den Vorfällen nicht mehr wieder gesehen. Die Sacerdos schienen für immer besiegt zu sein, doch wer weiß, welche Schrecken noch in der Welt warteten, verborgen vor unseren blinden Augen.

Zurück